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Samstag, 30. Juni 2012

Mangold aus dem Küchengarten beim Gotischen Haus

Es ergab sich in diesem Jahr im Küchengarten beim Gotischen Haus Mangold anzubauen.


Bunten Walliser Stielmangold und Hunsrücker Schnitt. Das sind alte Sorten und das Saatgut dafür stammt von Dreschflegel.




Vom Mangold lassen sich sowohl die Stiele als auch die Blätter verwenden.

Hier ein Rezept für eine Mahlzeit für 2 Personen:

Pro Person etwa 12 Mangoldstiele waschen und die Blätter von den Stielen trennen.




Die Stiele wie Spargel schälen, dabei geht leider etwas Farbe verloren.

Die zarteren Teile der Blätter aussortieren  und klein schneiden. Eine Zwiebel und einen kleinen Apfel würfeln. und mit einem Esslöffel Butter in einer Pfanne anschwitzen.

Die geschälten Mangoldstiele in Salzwasser gar kochen und dem Kochwasser einen Schuß guten Essig zugeben. ( Ich verwendete einen Weissbieressig von der Hausbrauerei Altstadthof in Nürnberg)


In der Zwischenzeit die geschnittenen Mangoldblätter mit 2 Esslöffel Schinkenspeckwürfel zu der Zwiebel in die Pfanne geben, bis die Blätter zusammen fallen und mit Salz, Pfeffer, einem Esslöffel Honig  und etwas Zitrone abschmecken. Evtl. auch mit Schmand oder Sauerrahm abschmecken.

Die garen Stiele in einem Nudelsieb abgießen, mit dem "Mangoldspinat" zusammen anrichten.
Die Mangoldstiele mit etwas Leindotteröl beträufeln.

Dazu würden Salzkartoffeln, Kartoffelrösti oder Reis sowie auch ein gutes Fischfilet hervorragend passen.

Guten Appetit.

Zur Zeit können wir 2 x pro Woche frischen Mangold ernten und abgeben.
info ( at) wellkorn.de



Wellkorn-Manufaktur
Mühlstr.16
06901 Kemberg

Hauptseite und Impressum

Donnerstag, 2. Juli 2009

Altdeutscher Erdbeerkuchen remake 1483

Altdeutscher Erdbeerkuchen remake 1483
Schon lange suchte ich nach einem Buch, das da heißen sollte " Herr Käthe kocht" und Rezepte aus der Zeit Martin Luthers vorzustellen versprach.
Leider ist dieses Buch nicht erschienen, aber nun fiel mir eine Alternative in die Hände.
Es heißt : " Zu Tisch bei Martin Luther" und ist im Theiss-Verlag erschienen.
Die Autorin Alexandra Dapper kocht hier12 Menüs durch ein Jahr der Luther-Familie.
In diesem Jahr lasse ich mich davon inspirieren ......................
Frei nach dem Grundsatz : Womit haben sie früher gekocht ? Mit dem, was sie hatten. Womit kochen wir heute ?
Bei Luther essen Nr 5 :

Brachmonat
Der hieß so, weil es bei der früheren Dreifelderwirtschaft immer eines gab, welches brach lag .
Felder hatten es also früher richtig gut. Nur früher ? Natürlich nicht, denn mein Bauernfreund Helmut in
Annaburg macht das mit seinen Feldern heute wieder so. Nur das es heute keine Brache, sondern ein Bioacker ist.
Auf http://www.lein-blau.blogspot.com/ kann man dort auch ein blaues Wunder sehen.
Erdbeeren und Kuchen, das Wasser läuft im Mund zu sammen und erwartungsgsvolle Glücksgefühle senden
Hoffnung auf ein knallrotes Leckerrezept aus dem Rezeptbüchlein von Frau Käthe. Nur in den Wirren der letzten
Jahrhunderte ging es verloren, so der Wunsch und taucht nun in unserer satten Welt auf, um die zuckersüße Erdbeertorte mit Fertigboden und Immergeling-Schnell-Kalt- Guss zu reformieren.
Das Rezept stürmt die Kuchencharts der Magazine ...., doch halt, gibt es ihn überhaupt, den Altdeutschen Erdbeerkuchen? Seit heute ja. Denn was es von nun an bei Google und vielleicht auch Bing gibt, das gibt es ja:

2. Juli 2009 ... Das Rezept stürmt die Kuchencharts der Magazine ...., doch halt, gibt es ihn überhaupt, den Altdeutschen Erdbeerkuchen? Seit heute ja. ...hedebock-krauter.blogspot.com/.../altdeutscher-erdbeerkuchen-remake-1483.html - vor 42 Minuten gefunden - Ähnlich -

( Kopie des Google-Eintrages vom 2.7.09)

"Minuten später verbreitet es sich weltweit"

Chhudleigh, Bedfordshire arrived from blogger.com on "Hedebock & Krauter:Neues aus der Naturküche"
Saudi Arabia arrived from
blogger.com on "Hedebock & Krauter:Neues aus der Naturküche"
São José Do Rio Prêto, Sao Paulo arrived from
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Thiruvananthapuram, Kerala arrived from
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Hamburg arrived from
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Himeji, Hyogo arrived from
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Zürich, Zurich arrived from
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Singapore arrived from
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Capelle, Zuid-Holland arrived from
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Auburn University, Alabama arrived from
blogger.com on "Hedebock & Krauter:Neues aus der Naturküche"
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Goggle kennt schlappe 750 Einträge zu dem Thema, jedoch nur Altdeutsch. Altdeutscher Pflaumen- und Apfelkuchen, Käse – und Rhabarber sind noch im Angebot. Erdbeeren Fehlanzeige. Bis eben gerade.
Was würde der Meister dazu sagen ?
"Iss was gar ist, trink was klar ist und red was wahr ist"






Und ich höre sie rufen, wo endlich bitte ist das Rezept. Völlig egal ob man es backen will oder nicht, Hauptsache
ein Rezept, bitte schön. Nun, es steht in jenem Buch auf Seite 99 und heißt "Erdbeerentorte mit eingeschnittener Decke".
"Wilt du ain erber dortten machenn so leg die erber auf das bedalin ..."
( Was bitte ist ein bedalin ??. )
Zurückgehen soll es auf das "Kochbuch von Phillippine Welser", doch das ist anscheinend schon wieder eine neue Geschichte...
Nun habe ich es wiederum nicht einfach abgekupfert oder hätte ich es tun sollen?
Gefährlich, so ein Rezept freihändig zu varieren. Gut möglich auch, dass dem 21. Jahrhundert so die Wiederentdeckung des verlorenen Altdeutschen Erdbeerkuchens entgeht, weil ich das Rezept nicht einhielt.
Nun wird die Welt darauf warten müssen, bis wieder einer kommt und so verrückt ist, Bücher nicht nur zu lesen
( oder die Bilder anschauen ?) und dieses mal das Rezept einhält.
Walderdbeeren , an dieser Kostbarkeit scheiterst du bereits am Anfang. Doch du verstehst, im Mittelalter werden Erdbeeren wohl nicht im Garten gewachsen sein.
Heute ja und so hier mein Rezept mit der gewöhnlichen Gartenerdbeere "Elsanta"
Achja, zur weiteren Vorwarnung sei noch angemerkt, mein Remakeversuch basiert auch hier auf vollwertigen Zutaten.
Für eine 24 cm Springform ( Vielleicht ein modernes Bedalin ???)
500 g Dinkel ( Hier vom Bio Bauern Eugen Pröbstle in Oberschwaben ) fein mahlen
mit 200 g sehr weicher Butter und einer Prise Salz und zwei Eigelb zu einem Teig kneten und
ca. 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. ( Das mit dem Kühlschrank habe ich vom Originalrezept abgekupfert, weil es so schön zu einem mittelalterlichen Rezept passt.)
Springform einbuttern und einbröseln ( dauerte im Mittelalter länger wegen der Brösel machen)
In der Zwischenzeit Erdbeeren waschen und abtropfen lassen. Die benötigte Anzahl vorher auf der Form auslegen. Passt dann Eins a.



Den Teig auf Formenboden einkneten und je nach Höhe der Erdbeeren einen Rand hochziehen.
Den Teigboden in der Form mit Honig einstreichen.
( Im Mittelalter gab es in "Deutschland" keinen " Zucker" wie wir ihn kennen. Rohrzucker, der seit den Kreuzzügen bekannt, war entsprechend des Transportweges so teuer, dass Käthe solchen keines Falles zum Kuchenbacken genommen hätte.)
Darauf die Erdbeeren auslegen. Herd auf 200 Grad anheizen ( Wie schon im Mittelalter, hihi ...)
Aus zurückbehaltenem Teig nach ausrollen ca. 1 cm breite Streifen schneiden und daraus ein Gitternetz
über die Erdbeeren bauen.
Gitter mit dem Eiweiß der Eigelbe von oben einstreichen.
Ca. 30 Minuten backen.
Heraus kommt ein echter Mittelalterkuchen.
Wie zu erwarten saften die Erdbeeren tüchtig und schwimmen in einem kleinen Honigsaftsee im Mürbeteigmantel.
Mit etwas Puderzucker bestäubt, lassen wir die Annäherung an die Moderne der Optik zu liebe zu.
Wer schon mal ein Mittelalteressen besucht hat, weiß um rauhere Tischsitten.
Beim Nachbacken solltet ihr also zwei Dinge noch beachten :
Erstens, dieser Kuchen sammelt nicht gerade Punkte bei der neuen Schwiegermutter,
sofern diese nicht einer alten Mittelalterzunft angehört.



Zweitens, ist hier unbekannt wann Tortenheber erfunden und Teller fürs Volk vorrätig waren.
Das Volk aß im Mittelalter aus der Schüssel und die Reicheren von " gebackenen Böden".
Unser Kuchen bietet für beide Verzehrarten gute Bedingungen.
Variante 1 : Gitter auf brechen , Erdbeeren mit Gitterteilen in einer Schüssel servieren.
Variante 2 : Kuchen wie eine Schüssel in die Mitte stellen und auslöffeln.
Für diesen Fall bleibt der Boden zur weiteren Verwendung bzw. Neubelegung erhalten.
Die Erdbeeren schmecken so, wie früher eingeweckte Erdbeeren schmeckten. Erinnern wir uns wie es war,
wenn ein Glas aufgegangen und man gekochte Erdbeeren im Sommer essen musste.
Das wußte auch Katharina und alle anderen Hausfrauen zu ihrer Zeit. Deshalb wurde der Altdeutsche Erdbeerkuchen so wohl niemals gebacken oder höchstens zur Schau gestellt.
Die "ganz Reichen" zu den Käthe und Martin nun wieder auch nicht gehörten, hatten früher auch schon so etwas drauf,
als Macht und Reichtum noch anders zur Schau gestellt wurden.
Mit etwas Geliermittel ( Das "Buch" beschreibt eines aus Wickenblüten, sicher sehr interessant), bekommt man
bestimmt eine schnittfeste Variante hin...







Viel Spaß beim Nachessen!

Samstag, 23. Mai 2009

Maibutter remake 1483


Maibutter remake 1483
Schon lange suchte ich nach einem Buch, das da heißen sollte " Herr Käthe kocht" und Rezepte aus der Zeit Martin Luthers vorzustellen versprach.
Leider ist dieses Buch nicht erschienen, aber nun fiel mir eine Alternative in die Hände.
Es heißt : " Zu Tisch bei Martin Luther" und ist im Theiss-Verlag erschienen.
Die Autorin Alexandra Dapper kocht hier12 Menüs durch ein Jahr der Luther-Familie.
In diesem Jahr lasse ich mich davon inspirieren ......................
Frei nach dem Grundsatz : Womit haben sie früher gekocht ? Mit dem, was sie hatten. Womit kochen wir heute ?
Bei Luther essen Nr4 :

Blütemonat
Folgen wir dem literarischen Original von Alexandra Dapper, dann gäbe es heute "Eiermilchscheiben mit schwarzer Pfeffersauce." Danach gelüstet es mich nicht an einem strahlenhellen Himmelfahrtswochenende.
Doch im Vorspann taucht das Wörtchen Maibutter auf und weckt mein Interesse.
Sofort dachte ich an eine Butter mit vielen Kräutern darin, wobei jedoch Maibutter zur früheren Zeit die
erste frische Butter aus der Milch der nun maigrünsatten Wiesen war.
Lust zum Buttermachen hätte ich ja, aber an den übrigen Zutaten mangelt es schon ......
Doch wilde und gezähmte Kräuter gibt der Garten her.
Also pflugs ans Werk und eingesammelt was an Blättlein so vorhanden ist :



Petersilie, Lauch, Löwenzahn, Spitzwegerich und Sauerampfer,
Blüte vom magischen Eisenkraut und ein Blättlein vom Mädesüß,
Lavendelblüte, Rosmarin, wilder Senf und Buchweizenkraut,
Leinkraut und Gänseblümchenblüten.
Kleingeschnitten eine ordentliche Hand voll und mit einem halben Stück ordentlicher Butter verrührt.


So schmeckt der Mai!

Was würde der Meister dazu sagen ?
"Iss was gar ist, trink was klar ist und red was wahr ist"

Frühere Folgen:http://hedebock-krauter.blogspot.com/2009/04/matjes-auf-lauwarmem-hafermilch.html
http://hedebock-krauter.blogspot.com/2009/02/erbsschnee-im-holzmonat-remake-1483.html

Montag, 19. Januar 2009

Gerste-Linsensüppchen im Dreschmonat remake von 1483



Gerste-Linsen Süppchen im Dreschmonat remake von 1483
Wladimir und ein paar andere spielen im Jänner 2009 mit dem Gashahn und wir haben, wie schon so oft, noch das Glück, dabei im Warmen sitzend zu zu schauen. Es war kalt die letzten Wochen, auf der Elbe gab es mal wieder Eisschollen und auf dem Hof auch. Was gibt es außer Kochen und Essen schöneres an langen Winterabenden als Lesen?



Schon lange suchte ich nach einem Buch, das da heißen sollte " Herr Käthe kocht" und Rezepte aus der Zeit Martin Luthers vorzustellen versprach.
Leider ist dieses Buch nicht erschienen, aber nun fiel mir eine Alternative in die Hände.
Es heißt : " Zu Tisch bei Martin Luther" und ist im Theiss-Verlag erschienen.
Die Autorin Alexandra Dapper kocht hier12 Menüs durch ein Jahr der Luther-Familie.
In diesem Jahr lasse ich mich davon inspirieren ......................
Frei nach dem Grundsatz : Womit haben sie früher gekocht ? Mit dem, was sie hatten. Womit kochen wir heute ?
Bei Luther essen Nr. 1 :


Dreschmonat
Knärrt im Jänner Eis und Schnee ......
Gibt’s zur Ernt viel Koarn und Klee ...................


Eismond können wir dich nennen und ein großer gelber Mond hing pünktlich über dem Schnee in diesen Wochen. Dreschmonat warst du, früher als das Korn um diese Zeit gedroschen wurde. Natürlich nicht auf dem Acker, weil es noch keine Mähdrescher gab, sondern auf dem Dreschplatz .... in der Scheune.
Ich habe es noch nicht ausprobiert, das Dreschen, aber es wird sich die Gelegenheit geben......

Januar 1483, der spätere Reformator sollte erst im folgenden November geboren werden, Amerika, deren 44.Präsident dieser Tage vereidigt wird, war noch nicht entdeckt und ein Dreschmonatgericht aus dem Buch ist das Gerstenmus.
Kochen wir im Dreschmonat auch mit Gerste und weil heute Sonntag ist, machen wir ein
Gerste – Linsen –Süppchen.
Für 2 große Portionen mit Nachschlag :
2 kleine Möhren, 1mittlere Pastinake und 4 Kartoffeln, eine halbe kleine Sellerieknolle schälen, würfeln und in ½ Liter Wasser zum kochen bringen.
5 Esslöffel Linsen ( kurzkochend ) entweder dazu geben und mitköcheln oder auch separat kochen und
später zu geben.
Ca. 3 Esslöffel Gerste ( Bio-Sprieskorngerste ) fein mahlen
3 kleinere Zwiebeln schälen und kleinschneiden
Eine Knoblauchzehe schälen und hacken.
Die gemahlene Gerste in einer Pfanne ohne Fett vorsichtig anrösten
Mit einem Esslöffel Butter die Zwiebel- und Knoblauchstücken in eine andere Pfanne geben und
glasig dünsten.
Aus dem Gemüsekochwasser ca. 300 ml Brühe entnehmen und das geröstete Gerstenmehl in der Pfanne
damit aufrühren, es sollen sich keine Klumpen bilden..
Das Zwiebelbrät hinzugeben, ggf. weitere Brühe auffüllen, leicht köcheln lassen.
Etwas Chili zugeben : Hier 1/3 von einer Bonsai-Chilischote mit Schärfegrad 8, also extrem scharf, daher nur sehr wenig. 1 Teelöffel frisch gemahlenen Koriander und einen Teelöffel frisch gemahlenen Kümmel dazugeben, kurz aufkochen lasssen und abkühlen lassen zum Pürieren.
In der Zwischenzeit sind die Kartoffeln mit den Linsen und dem Gemüse gar.
Am besten schmeckt die Suppe wenn die Stücken bissfest bleiben, also nicht totkochen.
Evtl. noch etwas Wasser auffüllen um die entnommene Brühe wieder auszugleichen.
Mit ca. 1 – 1 ½ Teelöffeln Salz und einem Teelöffel frisch gemahlenem, getrockneten Liebstöckel abschmecken.
Nun das Gersten – Zwiebelmus aus der Pfanne in einen Becher o.ä. umfüllen und pürieren, mit einem ½ Teelöffel Kurkuma abrunden und in den Topf zu den Kartoffeln mit Gemüse und Linsen geben.
Einmal kurz aufkochen und heiß servieren., mit etwas frischer Kresse garnieren.
Obwohl es am Ende ein Eintopf ist, überrascht diese Suppe mit dem Eigengeschmack der einzelnen Stücke
und dem eigenständigen Aroma der umgebenen Brühe. Sehr interessante Nuancen kommen von den bissfesten Sellerie- und auch Möhrenstücken sowie aus dem typischen Linsengeschmack, der hier aber nicht dominant wird.
Der Knoblauch und feine Hauch vom Chili sorgen mit dem nussigen Aroma vom angerösteten Getreide
für das nötige Feuer eines wärmenden Wintersüppchens.............
Wohlbefinden und Zufriedenheit stellen sich ein, die Bildekräfte der Natur sind mit uns im ausgewogenem Einklang.....
Aus einer getöpferten hohen Schüssel schmeckt sie noch mal so gut ....


Was würde der Meister dazu sagen ?
"Iss was gar ist, trink was klar ist und red was wahr ist" (aus Luthers Tischreden)


Gerste
Hordeum vulgare

Bereits Hildegard von Bingen pries neben dem Dinkel
auch die Gerste.
Herausragend an der Gerste ist der hohe Gehalt an
Kieselsäure, welche sich stärkend auf Bindegewebe und Knochen-
aufbau auswirken kann.
Die Schleimstoffe der Gerste sind es vor allem, die den Heilwert
des Kornes durch die beruhigende Wirkung auf das Verdauungssystem
von alters her begründen.
Äußerlich empfehlen wir auch ein Fußbad oder eine Massagebehandlung
mit frisch gemahlener Gerstenkleie.......



Mehr zur Vollkornküche auch in unseren Kursen im Haus Seeadler im Ostseebad Prerow
www.pensionseeadler.de
www.darss-fastenwandern.de
oder im Brückenkopf-Hotel Luterstadt Wittenberg
www.elbe-fastenwandern.de
www.marina-camp-elbe.de

Sonntag, 23. März 2008

Ostern 2008 im Seeadler




Einmal im Jahr, wirklich nur an Ostern, mache ich mit Senf und Schnittlauch gefüllte Ei-Hälften.
Also erst Eier etwa 8 Minuten kochen, dann das Eigelb herauslöffeln, in einer Schüssel mit Senf,
gehacktem frischen Schnittlauch und Salz verrühren und wieder auffüllen.
So bleibt es etwas besonderes für die Ostertage.
da gibt es auch Soleier und naja, siehe ganz unten ...........




Frohe Ostern !



































Donnerstag, 13. Dezember 2007

Winterpostelein


Die Weihnachtsleckerein auf Genussblogs halten sich erstaunlich in Grenzen, was möglicherweise daran liegen dürfte, dass die Anfertigung von leckerem Backwerk
schon meisterliche Fertigkeiten erfordert, wie zur Zeit auf den Seiten von Hedonistin oder
auch Barbaras Spielwiese immer wieder neu zu erleben....

Viel einfacher ist es da schon Salat zu machen und weil ich in meinen Seminar freien Zeiten
meist noch über gewisse Vorräte an Produkten aus dem letzten Kurs verfüge, gilt es diese
zu verarbeiten.

Da ich das tiefgrüne winterliche Kraut Postelein auch erst vor ca. 2 Jahren entdeckt habe,
hier erstmal erklärt was es ist, wie unlängst, als die ersten Blättchen in der Knoblauchsuppe schwammen, auch versprochen.
Der amerikanische Botaniker Clayton ( 1685-1773) beschrieb zu erst diese Pflanze, weswegen einer ihrer Namen auch Claytonie ist.
Ansonsten herrscht kein Mangel an Bezeichnungen, die zum Teil auch sehr hübsch ausfallen,
wie Blumendreiklapp, Grensel oder Tellerkraut.
Die amerikanische Bezeichnung "miner`s lettuce" stammt aus den Zeiten des Goldrausches,
als die Schürfer die Berghänge aufwühlten und flugs der Postelein das verwüstete Land
bedeckte.
So hatten die arme und hungrige Mehrzahl der Goldsucher wenigstens etwas
Nahrung.
Es enthält besonders viel Vitamin C, Magnesium, Calcium und Eisen.
Als Salatpflanze so also ein Nebenprodukt des Goldrausches.



In der Naturküche werden wir ihn demnächst sowohl roh als auch gekocht geniessen.
Das Kraut schmeckt sehr angenehm und leicht nussig.
Die amerikanischen Indianer verwendeten es auch als Augenheilmittel und bereiteten daraus Umschläge gegen Gliederreißen.


( Quelle : Wolf Dieter Storl, Bekannte und vergessene Gemüse )





Mittwoch, 12. Dezember 2007

Soljanka Variationen : Rosenkohl und Weihnachtsgeschenke


Alle Jahre wieder nehme ich mir in der Vorweihnachtszeit des jeweiligen Jahres vor, doch im kommenden Jahr die Geschenke für die Lieben spätestens im November zusammen zu haben.
Wenn alles gut geht, wird dies zum Ende dieser Woche sein.
Natürlich ist es da auch wieder Mitte Dezember...
Mein Ziel habe ich wieder nicht erreicht, aber immerhin gehöre auch nicht zu denen, die am Heiligvormittag dazu loslaufen.
Da meine Familie vermutlich auch dieses Blog liest, versteht es sich von selbst, dass hier nur Geschenke auftauchen, die keines Falles geschenkt werden.
Wie das " Ultimative DDR- Kochbuch 1949-1989", angeboten vom Weltbildverlag.
Bestimmt tue ich dem Werk ungelesen großes Unrecht und es ist halt ein Jammer, dass ich nicht wie früher in einen Buchladen gehe und drin rumblättern kann.
Immerhin ist der Untertitel reizvoll : Alles Soljanka oder wie ? Die Verwendung des Fragewörtchens " wie" gegenüber dem " was" aus der etwas ähnlich klingenden Milchwerbung deutet aber bereits darauf hin, dass es sich vermutlich um kein Insiderwerk handelt.
"Wie jetzt ?"

Dafür bekam ich Lust Soljanka zu kochen. Ohne ein Kochbuch dafür und irgendwie kriegte man die Suppe früher auch ohne Google hin.
Soljanka, ursprünglich eine ländliche Suppe in Russland bzw. der Ukraine, ist würzig und säuerlich.
Wenn es würzig und säuerlich wird, kann man sie aus allem möglichen, sowie mit und ohne Fleisch kochen.
Zum Beispiel auch mit Rosenkohl, falls gerade vorhanden.



Die gewünschte säuerliche Note ist einfach mit Sauerkraut zu bekommen.
Für meine Soljanka Variation von heute habe ich eine Zwiebel mit einer Pfefferbeisserwurst vom Weihnachtsmarkteinkauf in etwas Öl angeschwitzt.
Ca. 250 g Rosenkohl geputzt, mit etwas Butter und Muskat in einem Topf angesetzt,
später das Zwiebel-Wurstbrät und das Sauerkraut dazugegeben.
Mit Tomatenmark und Gemüsebrühe abgelöscht und aufgefüllt und noch etwas geköchelt.
Für die Würze mit Kräutersalz, Koriander und Chilli abgeschmeckt.






Viel Spaß beim Improvisieren !