Montag, 19. Januar 2009

Gerste-Linsensüppchen im Dreschmonat remake von 1483

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Gerste-Linsen Süppchen im Dreschmonat remake von 1483
Wladimir und ein paar andere spielen im Jänner 2009 mit dem Gashahn und wir haben, wie schon so oft, noch das Glück, dabei im Warmen sitzend zu zu schauen. Es war kalt die letzten Wochen, auf der Elbe gab es mal wieder Eisschollen und auf dem Hof auch. Was gibt es außer Kochen und Essen schöneres an langen Winterabenden als Lesen?



Schon lange suchte ich nach einem Buch, das da heißen sollte " Herr Käthe kocht" und Rezepte aus der Zeit Martin Luthers vorzustellen versprach.
Leider ist dieses Buch nicht erschienen, aber nun fiel mir eine Alternative in die Hände.
Es heißt : " Zu Tisch bei Martin Luther" und ist im Theiss-Verlag erschienen.
Die Autorin Alexandra Dapper kocht hier12 Menüs durch ein Jahr der Luther-Familie.
In diesem Jahr lasse ich mich davon inspirieren ......................
Frei nach dem Grundsatz : Womit haben sie früher gekocht ? Mit dem, was sie hatten. Womit kochen wir heute ?
Bei Luther essen Nr. 1 :


Dreschmonat
Knärrt im Jänner Eis und Schnee ......
Gibt’s zur Ernt viel Koarn und Klee ...................


Eismond können wir dich nennen und ein großer gelber Mond hing pünktlich über dem Schnee in diesen Wochen. Dreschmonat warst du, früher als das Korn um diese Zeit gedroschen wurde. Natürlich nicht auf dem Acker, weil es noch keine Mähdrescher gab, sondern auf dem Dreschplatz .... in der Scheune.
Ich habe es noch nicht ausprobiert, das Dreschen, aber es wird sich die Gelegenheit geben......

Januar 1483, der spätere Reformator sollte erst im folgenden November geboren werden, Amerika, deren 44.Präsident dieser Tage vereidigt wird, war noch nicht entdeckt und ein Dreschmonatgericht aus dem Buch ist das Gerstenmus.
Kochen wir im Dreschmonat auch mit Gerste und weil heute Sonntag ist, machen wir ein
Gerste – Linsen –Süppchen.
Für 2 große Portionen mit Nachschlag :
2 kleine Möhren, 1mittlere Pastinake und 4 Kartoffeln, eine halbe kleine Sellerieknolle schälen, würfeln und in ½ Liter Wasser zum kochen bringen.
5 Esslöffel Linsen ( kurzkochend ) entweder dazu geben und mitköcheln oder auch separat kochen und
später zu geben.
Ca. 3 Esslöffel Gerste ( Bio-Sprieskorngerste ) fein mahlen
3 kleinere Zwiebeln schälen und kleinschneiden
Eine Knoblauchzehe schälen und hacken.
Die gemahlene Gerste in einer Pfanne ohne Fett vorsichtig anrösten
Mit einem Esslöffel Butter die Zwiebel- und Knoblauchstücken in eine andere Pfanne geben und
glasig dünsten.
Aus dem Gemüsekochwasser ca. 300 ml Brühe entnehmen und das geröstete Gerstenmehl in der Pfanne
damit aufrühren, es sollen sich keine Klumpen bilden..
Das Zwiebelbrät hinzugeben, ggf. weitere Brühe auffüllen, leicht köcheln lassen.
Etwas Chili zugeben : Hier 1/3 von einer Bonsai-Chilischote mit Schärfegrad 8, also extrem scharf, daher nur sehr wenig. 1 Teelöffel frisch gemahlenen Koriander und einen Teelöffel frisch gemahlenen Kümmel dazugeben, kurz aufkochen lasssen und abkühlen lassen zum Pürieren.
In der Zwischenzeit sind die Kartoffeln mit den Linsen und dem Gemüse gar.
Am besten schmeckt die Suppe wenn die Stücken bissfest bleiben, also nicht totkochen.
Evtl. noch etwas Wasser auffüllen um die entnommene Brühe wieder auszugleichen.
Mit ca. 1 – 1 ½ Teelöffeln Salz und einem Teelöffel frisch gemahlenem, getrockneten Liebstöckel abschmecken.
Nun das Gersten – Zwiebelmus aus der Pfanne in einen Becher o.ä. umfüllen und pürieren, mit einem ½ Teelöffel Kurkuma abrunden und in den Topf zu den Kartoffeln mit Gemüse und Linsen geben.
Einmal kurz aufkochen und heiß servieren., mit etwas frischer Kresse garnieren.
Obwohl es am Ende ein Eintopf ist, überrascht diese Suppe mit dem Eigengeschmack der einzelnen Stücke
und dem eigenständigen Aroma der umgebenen Brühe. Sehr interessante Nuancen kommen von den bissfesten Sellerie- und auch Möhrenstücken sowie aus dem typischen Linsengeschmack, der hier aber nicht dominant wird.
Der Knoblauch und feine Hauch vom Chili sorgen mit dem nussigen Aroma vom angerösteten Getreide
für das nötige Feuer eines wärmenden Wintersüppchens.............
Wohlbefinden und Zufriedenheit stellen sich ein, die Bildekräfte der Natur sind mit uns im ausgewogenem Einklang.....
Aus einer getöpferten hohen Schüssel schmeckt sie noch mal so gut ....


Was würde der Meister dazu sagen ?
"Iss was gar ist, trink was klar ist und red was wahr ist" (aus Luthers Tischreden)


Gerste
Hordeum vulgare

Bereits Hildegard von Bingen pries neben dem Dinkel
auch die Gerste.
Herausragend an der Gerste ist der hohe Gehalt an
Kieselsäure, welche sich stärkend auf Bindegewebe und Knochen-
aufbau auswirken kann.
Die Schleimstoffe der Gerste sind es vor allem, die den Heilwert
des Kornes durch die beruhigende Wirkung auf das Verdauungssystem
von alters her begründen.
Äußerlich empfehlen wir auch ein Fußbad oder eine Massagebehandlung
mit frisch gemahlener Gerstenkleie.......



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